Geschichte

Unsere Kirchengemeinde besteht seit dem 1. August 1955. Das neue Gotteshaus wurde 1954 nach dem Entwurf des Paderborner Architekten Jos. Lukas von der Firma Kruse aus Paderborn als weißer Putzbau errichtet. Die Grundsteinlegung erfolgte am 28. März 1954 durch Herrn Dechant Reineke, Detmold.

Grundsteinlegung
Grundsteinlegung

Schon im gleichen Jahr, am 11. September 1954, weihte der Erzbischof von Paderborn, Lorenz Kardinal Jäger, die Kirche ein. Mit der Errichtung dieses Gotteshauses konnte an eine weit zurückliegende kirchengeschichtliche Vergangenheit angeknüpft werden. Bereits im 9. Jahrhundert, wahrscheinlich aber schon vor dem Jahre 836, gab es in Schötmar eine Kirche, die dem heiligen Kilian, einem Glaubensboten aus Irland, geweiht war. Er gründete im 7. Jahrhundert das Bistum Würzburg, dem zur damaligen Zeit auch das Paderborner Land angegliedert war. Die Kirche in Schötmar war wohl die älteste im Lipperland, wahrscheinlich sogar das älteste Gotteshaus im damaligen Gebiet Niedersachsen, zu welchem bis zum Jahre 1947 auch das Lipperland gehörte. Dieses erste katholische Gotteshaus in Schötmar überdauerte einige Jahrhunderte, wurde dann aber baufällig und an gleicher Stelle im 12.Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt.

Einweihung
Weihung der Kirche

Etwa vierhundert Jahre später wurde im Zuge der Reformation das religiöse Bekenntnis durch die herrschenden Landesfürsten bestimmt, so dass im Lipperland das evangelisch-reformierte Bekenntnis allgemein eingeführt wurde. Das Gotteshaus ging in den Besitz der reformierten Kirche über. In den folgenden Jahrhunderten trat ein katholisches Gemeindeleben in dieser Gegend kaum noch in Erscheinung. Eine grundlegende Änderung der herrschenden Verhältnisse ergab sich erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals nahmen die Hoffmanschen Stärkefabriken im benachbarten Bad Salzuflen einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Dadurch entstand ein anhaltender Bedarf an Arbeitskräften. Der Fabrikherr, E.A. Hoffmann, warb die nötigen Mitarbeiter vorwiegend aus dem Eichsfeld an. Auf diese Weise bildete sich schnell wieder eine katholische Gemeinde mit dem Mittelpunkt in Bad Salzuflen. Dort wurde dann auch im Jahre 1877 ein kleines Gotteshaus zu Ehren des heiligen Bonifatius erbaut. Durch das Aufwärtsstreben der Mittelindustrie in der Umgebung von Schötmar wuchs auch die Bevölkerung und damit die Zahl der Katholiken.

Kirche 1954
Kirche St. Kilian 1954

Diese günstige Entwicklung der jungen Gemeinde wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch den Zustrom katholischer Ostvertriebener untermauert. So wurde die Errichtung eines eigenen Gotteshauses notwendig. Durch die Initiative des zuständigen Pfarrers Josef Martin aus Bad Salzuflen gelang es, ein Grundstück zu erwerben, wie auch Architekten und Baufirma zu verpflichten. 1963 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben.Heute, im Jahre 1994, hat sie über 3900 Gemeindemitglieder. Der erste Seelsorger der neuen Katholischen Kirchengemeinde St. Kilian, Pfarrer Ernst Apostel, wirkte in diesem Amt mit ganzer Hingabe bis zu seinem Ruhestand am 1. Oktober 1970. Am 4.Januar 1971 wurde er in die Ewigkeit abberufen. Als Nachfolger wurde Pfarrer Alfons Kordes am 6.Dezember 1970 in sein Amt eingeführt. Im Jahre 1972 wurde der Altarraum nach den Richtlinien des II. Vatikanischen Konzils umgestaltet. Altar, Tabernakel und Ambo wurden von der Bildhauerin Frau Liesel Bellmann aus Dortmund aus Würzburger Muschelkalkstein angefertigt. Tabernakel und Ambo stellen einen Lebensraum dar: "Wer mit Christus verbunden bleibt, bringt reiche Frucht!"

Kirche 1994
Kirche St. Kilian 1994

Die Kirchenfenster sind ein Entwurf der Benediktinerin Schwester Ehrentrud aus Varensell. Sie tragen das Thema: "Volk Gottes, wandernd auf dem Weg!" Die Firma Jostmann aus Paderborn-Elsen fertigte die Fenster im Jahre 1983 in Dreifachverglasung an. Der Außenputz der Kirche zeigte mit den Jahren sehr starke Risse und Schäden. Im Jahre 1988 erfolgte die Außenverklinkerung durch den Paderborner Architekten Otto Purschke. Nach seinen Plänen wurde auch die Innenrenovierung im Jahre 1994 durchgeführt, bei der die Kirche das jetzige Gesicht bekam. Das vorhandene Altarkreuz, eine Oberammergauer Schnitzarbeit, wurde von der Bildhauerwerkstatt Winkelmann aus Möhnesee-Günne neu überarbeitet. Der Kreuzbalken ist als Lebensbaum gestaltet. "Im Kreuz ist Heil und Leben." Am 40. Weihetag der Pfarrkirche, 11. September 1994, wurde die Pfarrkirche nach halbjährigerRenovierungsarbeit mit einem Festgottesdienst wieder ihrer Bestimmung übergeben.