Geschichte der Liebfrauenkirche, Bad Salzuflen

Nach der Gründung des Erzbistums Paderborn im Jahr 799 durch Karl den Großen und Papst Leo III. erfolgt die Christianisierung des damaligen Sachsenlandes, dem das heutige Lippe angehört.
Um 836 entstehen die ersten christlichen Kirchen im Lipperland, zu denen auch die St. Kilian Kirche in Schötmar zählt. Zur ältesten Erwähnung Salzuflens gehört eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 1045, in der, der Paderborner Bischof einer Benediktinerabtei ein "locum salis in Uflon" schenkt.  Dies gilt als Indiz für das blau-weiße Wappen Salzuflens. Von 1531-1877 gibt es keine katholische Gemeinde mehr in Salzuflen, da die Stadt durch die Reformation evangelisch-lutherisch wird.

Erst 1854 durch ein Edikt des lippischen Fürsten Leopold III wird festgelegt, dass katholische und evangelische Christen vorm Gesetz gleichgestellt sind. Somit werden wieder Gründungen von katholischen Gemeinden in Lippe durch den Erzbischof ermöglicht. Auch der Fabrikant Eduard Hoffmann zieht seinen Nutzen und beginnt die für seine Firma dringend benötigten Arbeiter aus dem katholischen Eichsfeld einzustellen und in Salzuflen anzusiedeln. Durch die nun sprunghaft angestiegene Mitgliederzahl der ansässigen kleinen Gemeinschaft in Schötmar und Salzuflen und mit Unterstützung des Fabrikanten Hoffmann wird zunächst ein katholischer Gottesdienst in Salzuflen eingerichtet und dieser später in eine Notkirche umgesiedelt.
1888 wird die ehemalige Missionsvikarie zur Pfarrei St. Bonifatius erhoben. Zu dieser Zeit findet auch die Gründung einer katholischen Schule in Salzuflen statt. Am 13. Mai 1892 kommt zum erstenmal seit der Reformation wieder ein Bischof zur Spende der Firmung in die Stadt. Mit Baubeginn und vorläufiger Weihung 1894 und endgültiger Einweihung 1898 der neuen Bonifatiuskirche in Salzuflen findet ein Fortschritt in der Gemeinde statt. Die Stärkefabrik sowie die Familie Hoffmann sind beim Bau dieser neuen Kirche und bis in die Nachkriegszeit immer Wohltäter der Gemeinde.
1912 wird über den Bau einer neuen Kirche aufgrund stetig zunehmender Mitglieder nachgedacht, doch der 1. Weltkrieg lässt die Pläne verwerfen. Mit dem 1. Weltkrieg wird Salzuflen Garnisionsstadt und die Betreuung der Soldaten übernimmt der damalige katholische Pfarrer Liefländer. Die Zeit unterm Hakenkreuz verläuft für die Gemeinde nicht rosig. Höhepunkt ist die Schließung der katholischen Schule 1938.
Im 2. Weltkrieg wird Bad Salzuflen zur Lazarettstadt und bleibt als internationale Stadt von Bomben verschont.

Im Jahr 1968 wird die Kirche St. Kilian zur selbständigen Pfarrei, nachdem bereits eine neue Kirche aufgrund der hohen Anzahl an Gemeindemitgliedern gebaut worden war. Die kath. Schule wird von der Stadt an die Gemeinde 1955 zurückgegeben, aber 1969 wegen zu geringer Schülerzahl zu einer Gemeinschaftsschule umgewandelt.
1956 lassen der Anstieg der Kurgästezahlen und die wachsende Gemeinde einen Neubau einer Kirche unausweichlich erscheinen. Die Kirchweihe der neuen Liebfrauenkirche erfolgt am 8. März 1959 unter dem Titel: "Maria, unsere liebe Frau, Königin des Friedens". Es folgt ein Aufblühen des Gemeindelebens. Im Jahr 1980 wird ein Neubau des Gemeindehauses von der Stadt genehmigt und 1982 wird dieses Vorhaben durchgeführt.

Am 12.März 1988 wird der 4.Pfarrer der Gemeinde Pfr. Hans Breidbach als neuer Pfarrer eingeführt und ist dies bis heute geblieben. In den Jahren 1996 und 1998 erfolgen Sanierungsarbeiten an Kirchdach und Kirchturm. Ein Festgottesdienst anlässlich des 40. Jahres der Kirchweihe kann am 5.12.1999 von der Gemeinde gefeiert werden.